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Rechtsanwalt & Juristenverzeichnis

Rechtsberatung

In den meisten Ländern ist die Rechtsberatung dem Rechtsanwalt, dem Patentanwalt auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes sowie Rechtsbeiständen bzw. Prozessagenten vorbehalten. Allerdings gibt es die Forderung, das Beratungsmonopol der Rechtsanwälte abzuschaffen. Nach einem Gutachten für den 58. Deutschen Juristentag in München 1990, S. C68 ff. stellt Ulrich Everling fest,: „dass keiner der von ihm untersuchten Mitgliedsstaaten der EU die Rechtsberatung den Anwälten vorbehält. Nicht einmal die entgeltliche kommerzielle Rechtsbesorgung ist in anderen Staaten vergleichbaren Beschränkungen wie in der Bundesrepublik Deutschland unterworfen. In einigen Staaten gibt es überhaupt keine Zulassungsvoraussetzungen für die berufliche Rechtsberatung. Lediglich die Führung der Berufszeichnung Rechtsanwalt ist an die üblichen Voraussetzungen gebunden. In all diesen Staaten steht es also jedermann frei, auch ohne entsprechende berufliche Vorbildung und Examina juristisch zu beraten.“ (DFG-VK Zeitschrift 4/3)

Altruistische - das heißt rein aus gesellschaftlichem Engagement getriebene, nicht gewerbs- oder berufsmäßige Absichten hegende - Rechtsberatung ist in Deutschland jedoch unter gewissen Voraussetzungen der Eignung auch ohne Rechtsanwaltszulassung zulässig. Dies ergibt sich aus einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes vom 16. Februar 2006 (NJW 2006, 1502) und einer Entscheidung der 3. Kammer des 1. Senats des BVerfG vom 29. Juli 2004 (BVerfGK 3, 348, NJW 2004, 2662).

Außer der Rechtsberatung ist, soweit Anwaltszwang besteht, die Vertretung vor Gericht ausschließlich zugelassenen Rechtsanwälten, Patentanwälten vor bestimmten Gerichten, sowie Rechtsbeiständen bzw. Prozessagenten vorbehalten. Anderen Personen, die geschäftsmäßig Rechtsangelegenheiten wahrnehmen, ist das Auftreten vor Gericht grundsätzlich untersagt.

Juristensprache

Die Notwendigkeit, sich bei Rechtssachen exakt und möglichst unzweideutig auszudrücken, hat zu einer sehr ausgeprägten

Fachsprache der Juristen geführt. Sie wird umgangssprachlich oft Juristendeutsch bzw. Juristenlatein genannt. Viele in der Alltagssprache synonym gebrauchte Begriffe - zum Beispiel Eigentum/Besitz oder Darlehen/Leihe/Miete - haben in der Sprache der Juristen eigene, klar voneinander getrennte Begrifflichkeiten, die der breiten Bevölkerung so nicht bekannt sind. Manche Politiker versuchen dem gegenzusteuern, indem sie Gesetzestexte auf ihre allgemeine Verständlichkeit durchforsten lassen. Dabei geht allerdings oft die Präzision verloren, die das deutsche Recht in aller Regel auszeichnet.

Wirtschaftsjuristen

Die Bezeichnung Wirtschaftsjurist ist seit einiger Zeit nicht mehr nur eine Berufsbezeichnung für Juristen, die sich hauptsächlich mit Wirtschaftsrecht beschäftigen. Neben der klassischen Juristenausbildung gibt es seit einigen Jahren, auch an Fachhochschulen, neuere Ausbildungsgänge, die mit dem akademischen Grad LL.B. (Bachelor of Laws) bzw. LL.M. (Master of Laws) abschließen.

Mit der Standardisierung von Abschlüssen auf internationaler Ebene wurde der Diplomstudiengang und -abschluss Dipl.-Wirtschaftsjurist bzw. Dipl.-Wirtschaftsjurist (FH) abgeschafft. Grundsätzlich soll der Bachelor ungefähr gleich mit dem Niveau des Diploms liegen, der Master etwas darüber. In der Praxis bestehen jedoch noch (teilweise schwere) Anerkennungsprobleme in der Gesellschaft.

Dieser Studiengang schließt die in der klassischen Juristenausbildung vorhandene Lücke über notwendige Kenntnisse der Betriebswirtschaft. Insbesondere für Jobs in der freien Wirtschaft hat dieser Studiengang eine hilfreiche Alternative für die Unternehmen geschaffen. Wirtschaftsjuristen können neben der klassischen Inhouse-Beratung auch in vielen weiteren Unternehmensbereichen eingesetzt werden. Die Spezialisierung der Wirtschaftsjuristen findet im zweiten Studienabschnitt bzw. Hauptstudium statt. Hier werden die Schwerpunkte, wie bspw. Personal, Medien, Immobilienrecht festgelegt. Die zur Auswahl stehenden Schwerpunkte sind je nach Fachhochschule sehr unterschiedlich. Meist orientiert sich die Auswahl an den örtlichen Gegebenheiten. Quelle und mehr zu lesen hier: Wikipedia - Jurist